INNSBRUCK
© Anton Prock 2013
Der heutige Domplatz entstand erst im Zug des Baus der barocken Pfarrkirche zum hl. Jakobus in den Jahre 1717-1722 (Weihe 1724). Vorher standen dort Wohnhäuser. Wie im Barock üblich, gehörte zu einem repräsentativen Gebäude eine weiter Vorplatz, wie es vor allem die Kirchen in Rom zeigen. Von den Häusern um den Domplatz sind einige erwähnenswert. Das Brixner- oder Stamserhaus (Domplatz Nr. 2) diente den Geistlichen des Brixner Domkapitels bzw. den Zisterziensern von Stift Stams im Oberinntal als Unterkunft bei Besuchen. Im Innenhof steht in einer Nische die große Figur des hl. Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), der wenige Jahrzehnte nach der Gründung des Zisterzienserordens im Jahre 1098 diesen entscheidend prägte und zum Erfolg führte. Als Kräuterhaus wurden die beiden Häuser Domplatz Nr. 3 und Nr. 4 bezeichnet, über welche sich in der Nordwestecke der Stadtbefestigung der 1890 abgerissene Kräuterturm erhob. Ab 1514 war im Turm und im anschließenden rechten Haus (Nr. 4) das landesfürstliche Gefängnis bzw. das spätere Landesgefängnis untergebracht. 1887 übersiedelte es in einen Neubau an der Schmerlingstraße und fand 1964 auf dem ehemaligen Gelände einer Ziegelei an der Völser Straße westlich von Innsbruck, bezeichnet als „Ziegelstadel“, eine neue Heimat. 1579 befahl Erzherzog Ferdinand II., die Gefangenen an einem anderen Platz zu foltern, da ihr Schreie weithin zu hören seien und dadurch Geheimnisse bekannt würden. Im Kräuterhaus befand sich das Hoflager für Kräuter und Lebensmittel, außerdem wurde dort der Kräuterwein bzw. Likör für den landesfürstlichen Hof hergestellt. Kaiser Maximilian legte Ende 1518 in seinem letzten Testament kurz vor seinem Tod (12. Jänner 1519) in Wels die Stiftung von neun Hofspitälern im Reich fest, darunter auch das „kaiserliche Hofspital“ in Innsbruck. Dort sollten in erster Linie kranke und arme Hofbedienstete betreut werden. Doch aus Kostengründen zog sich die Errichtung jahrelang hin. Erst sein Enkel und Nachfolger Kaiser Ferdinand I. richtete 1555 in der Silbergasse (heutige Universitätsstraße) ein Hofspital für zwölf alte Männer ein. Dieses war ab etwa 1564 im Hofwagenstall (Schlossergasse Nr. 3) untergebracht und übersiedelte 1582 in das Kräuterhaus am Pfarrplatz, wo es bis zur Auflösung 1789 bestand. Seit dieser Übersiedlung trägt das Haus Domplatz Nr. 3 nur mehr die Bezeichnung Kaiserspital, das Haus Nr. 4 Kräuterhaus. Als Kräuterhaus wurden die beiden Häuser Domplatz Nr. 3 und Nr. 4 bezeichnet, über welche sich in der Nordwestecke der Stadtbefestigung der 1890 abgerissene Kräuterturm erhob. Ab 1514 war im Turm und im anschließenden rechten Haus (Nr. 4) das landesfürstliche Gefängnis bzw. das spätere Landesgefängnis untergebracht. 1887 übersiedelte es in einen Neubau an der Schmerlingstraße und fand 1964 auf dem ehemaligen Gelände einer Ziegelei an der Völser Straße westlich von Innsbruck, bezeichnet als „Ziegelstadel“, eine neue Heimat. 1579 befahl Erzherzog Ferdinand II., die Gefangenen an einem anderen Platz zu foltern, da ihr Schreie weithin zu hören seien und dadurch Geheimnisse bekannt würden. Im Kräuterhaus befand sich das Hoflager für Kräuter und Lebensmittel, außerdem wurde dort der Kräuterwein bzw. Likör für den landesfürstlichen Hof hergestellt. Kaiser Maximilian legte Ende 1518 in seinem letzten Testament kurz vor seinem Tod (12. Jänner 1519) in Wels die Stiftung von neun Hofspitälern im Reich fest, darunter auch das „kaiserliche Hofspital“ in Innsbruck. Dort sollten in erster Linie kranke und arme Hofbedienstete betreut werden. Doch aus Kostengründen zog sich die Errichtung jahrelang hin. Erst sein Enkel und Nachfolger Kaiser Ferdinand I. richtete 1555 in der Silbergasse (heutige Universitätsstraße) ein Hofspital für zwölf alte Männer ein. Dieses war ab etwa 1564 im Hofwagenstall (Schlossergasse Nr. 3) untergebracht und übersiedelte 1582 in das Kräuterhaus am Pfarrplatz, wo es bis zur Auflösung 1789 bestand. Seit dieser Übersiedlung trägt das Haus Domplatz Nr. 3 nur mehr die Bezeichnung Kaiserspital, das Haus Nr. 4 Kräuterhaus.